Ich kann diese Fragen nur für mich beantworten. Ich masse mir nicht an, Annahmen zu treffen, wie Andere mit dieser Endgültigkeit umzugehen haben. Im Umgang mit der Perspektive, im Sinne von

aus welcher Sicht nehme ich die Welt nach all dem Geschehenen wahr

arbeite ich. Was ist für mich wichtig, bedeutend? Welches sind meine Werte, an was glaube ich? Was empfinde ich und nicht welche Meinung übernehme ich, weil es am einfachsten ist. Suche ich Antworten auf die Fragen und löse ich die Aufgaben, die mir das Leben stellen? Ich beschäftige mich mit Philosophie, Erfahrungen anderer Menschen in ähnlichen Lebenssituationen und versuche diese mit Mediation (im Sinne von in mich gehen) während langen Spaziergängen zu verinnerlichen.

Welche Ziele, habe ich noch? Das „Noch“ ist irgendwie limitierend, das Ende voraussehend. Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass der Verlauf meiner Zukunft und mein Schicksal sich nicht an meine Vorstellungen halten. Also stelle ich mir besser die Frage, welche Ziele habe ich heute. Ziele in welchen ich meinen Erfahrungen, mein Wissen über Machtlosigkeit, Verzweiflung, Trauer und Wut berücksichtige.

Ich wusste früher nicht, wie es sich anfühlt ein Kind zu verlieren, was das auslöst. Heute weiss ich es und es hat Veränderungen in meinem Denken ausgelöst. Ich verstehe und finde es richtig wenn Menschen migrieren um ihrem Schicksal zu entfliehen. Wenn ich erfahre, dass Boko Haram Mädchen als Selbstmord Attentäterinnen missbrauchen, IS Knaben als Kämpfer rekrutiert, verstehe ich, dass man als Eltern alles versucht um seinen Kindern ein solches Schicksal zu ersparen. Gegen die unbekannte Krankheit meines Sohnes war ich machtlos. Der bekannten Gefahr, auch des geistigen, Terrors, kann ich entgegentreten.

Ein Ziel für mich ist, dass ich Flüchtlingen, Menschen in Not Verständnis entgegenbringe und diese nicht als Bedrohung betrachte; dass ich nicht Fremdenhass aufgrund von Vorurteilen toleriere. Dogmatische Denkrichtungen, egal ob diese von fundamentalen Christen, Islamisten, Juden oder Politikern ausgehen akzeptieren. Keine Politik die auf Gewalt, Macht und rein wirtschaftlichen Interessen basiert, unterstützen. Mich dort für das Leben, das Schicksal von Menschen einsetze wo es nicht Zufall ist. Es ist Zufall, dass ich in der Schweiz geboren wurde und leben kann, aber die Werte die in meinem Umfeld und für mich gelten darf ich nicht dem Zufall überlassen.

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