Kann ich darauf vertrauen, dass ich die Freiheit habe das zu tun das ich als das Richtige für mein Leben erachte? Habe ich die Freiheit über mein Leben zu entscheiden, darüber wie ich denke, an was ich glaube? Oder habe ich nur die Freiheit darauf zu vertrauen, dass sich Schicksal und höhere Mächte – wie die Natur, das Universum, die Kräfte die alles steuern und zusammenhalten – das Richtige für mich entscheiden? Ist somit schlussendlich die einzige Freiheit die ich habe, zu vertrauen und zu glauben, dass alles was geschieht (m)einen (Lebens)Sinn ergibt? Hängt mein Lebensglück davon ab ob ich vertrauen und glauben kann? Oder gibt mir die Freiheit selbst denken und entscheiden zu können das Vertrauen, das ich benötige um leben zu können?

Führt mich eine selbstbestimmte Existenz zu Lebensglück und –sinn? Doch wohin führt die Freiheit in allem Denken und Tun? Habe ich die Freiheit was ich denke auch zu tun? Gibt einem die Freiheit etwas zu denken auch das Recht es zu tun? Was auch immer ich denke, habe ich immer die Freiheit mich zu entscheiden ob ich es tue und wie ich es tue? Wir haben in der Schule gesungen.

„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschiessen, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei.“

„Ich denke, was ich will, und was mich beglücket, doch alles in der Still, und wie es sich schicket. Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei.“

Damals konnte ich mir für mein Leben nur das Gute vorstellen, nicht wohin schlechte Gedanken führen können.

Der Weg vom Denken zum Tun verlangt eine Verantwortung von mir. Die Verantwortung Gedanken zu Ende denken. Zu akzeptieren, dass was ich getan habe geschehen ist und nicht mehr geändert werden kann. Die Freiheit in allem Denken gibt mir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht auf Entscheidung. Eine Pflicht die verlangt unterscheiden zu können. Um zu entscheiden und unterscheiden muss ich innere Werte haben an denen ich mich orientieren kann. An welche ich glaube, die mir eine Weisheit vermitteln. Bonhoeffer schrieb in GESTAPO Haft:

„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben … Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.“

Die äusseren Umstände lassen daraus schliessen, dass er mit den guten Mächten innere Werte, sein Denken meinte. Gedanken sind frei. Eine Freiheit die auf das immaterielle beschränkt ist. Im Geist frei und reich. Im Leben unterdrückt und geschunden.

Weder die Freiheit alles denken zu können, alles Menschenmögliche zu tun, noch Glaube und Vertrauen haben die Brüche in meinem Leben verhindert. Was trotz allen Verlusten mir bleibt ist das Spirituelle. Meine Gedanken und Gefühle verlassen mich nicht. Diejenigen die mich plagen aber auch diejenigen die mich erfreuen, die als Glück empfinde.

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